HaysWorld
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HaysWorld 01/18
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HaysWorld 02/17
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HaysWorld 01/17
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HaysWorld 02/16
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HaysWorld 01/16
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HaysWorld 01/14
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HaysWorld 01/13
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HaysWorld 02/13
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HaysWorld 01/12
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HaysWorld 02/12
Intelligenz

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INTELLIGENZ-
BESTIEN

Werkzeuge selbst basteln, Spielzeuge auseinanderhalten, sein Gegenüber austricksen – klingt nicht nach intelligenten Höchstleistungen? Doch! Denn die Rede ist nicht von Menschen, sondern von Affen, Hunden und Co.

Rico war eine Sensation. Der Border Collie trat 1999 in der Fernsehsendung „Wetten, dass …?“ auf. Er konnte 77 Spielzeuge dem Namen nach unterscheiden und brachte auf Kommando das gefragte Spielzeug. Nicht nur das Publikum war fasziniert, auch die Forscher staunten nicht schlecht. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig arbeiteten mit Rico und stellten fest: Der Rüde konnte neue Wörter im Ausschlussverfahren lernen. Nannten sie einen neuen Begriff, war Rico in der Lage, das neue Objekt aus lauter ihm bekannten auszuwählen – eine Fähigkeit, die bis dato nur Menschen zugeschrieben wurde. Nach diesem sogenannten Fast-Mapping-Prinzip, dem schnellen Zuordnen, lernen auch kleine Kinder neue Begriffe. 2004 beherrschte der Hund über 200 Spielzeugnamen.

Großes Hirn macht superschlau?

Affen benutzen Werkzeuge, um an Nahrung heranzukommen.

Tiere werden längst nicht mehr als rein vom Instinkt getriebene Wesen angesehen – auch Vögel nicht, denen aufgrund ihrer anderen Hirnstruktur lange Zeit jede Intelligenz abgesprochen wurde. Dennoch lässt sich keine allumfassende Aussage über die Intelligenz im Tierreich machen, dazu existieren zu viele verschiedene Arten. Eins ist allerdings klar: Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Hirngröße und kognitiven Fähigkeiten. Kapuzineraffen zum Beispiel sind wesentlich flexibler in ihrem Verhalten – ein Zeichen von Intelligenz – als Pferde mit ihrem zehnmal größeren Hirn. Zurück zu den Hunden, die selbst Fingerzeige des Menschen verstehen und den „Object-Choice-Test“ bestehen. Dabei wird ein Hundekuchen unter einem von zwei Bechern versteckt. Der Versuchsleiter zeigt auf den entsprechenden Becher. Dann muss der Hund,der das Leckerli nicht riechen kann, auswählen – und entscheidet sich überwiegend für den richtigen Becher. Selbst für sechs Wochen alte Welpen ist diese Aufgabe kein Problem. Man könnte meinen, dass Menschenaffen diesen Test auch mit Bravour absolvieren. Weit gefehlt. Sie wissen nichts mit dem Fingerzeig anzufangen. Die einfache Begründung: Mensch und Hund leben seit über 15.000 Jahren zusammen. In dieser Evolutionsgeschichte hat sich der Hund an den Menschen angepasst und gelernt, die Kommunikation des Menschen zu verstehen. Dies erklärt auch, warum schon Welpen den „Object-Choice-Test“ bestehen. Es ist eine vererbte Fähigkeit.

Ausgetrickst

Für Gorillas, Schimpansen, Orang-Utans und Bonobos war es nie notwendig, den Menschen zu verstehen. Dafür gehört für sie das Finden von Nahrung zum Überleben. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts konnten Schimpansen dabei filmen, wie sie der Reihe nach verschiedene Werkzeuge nutzen, um an Nahrung heranzukommen. Orang-Utans setzen sogar Wasser als Werkzeug ein: In einem Versuch wurden Erdnüsse in ein Gefäß mit Wasser gegeben. Mit den Händen konnten die Tiere die Nüsse nicht erreichen. Sie spuckten so lange Wasser in das Gefäß, bis sie an die Nüsse herankamen. Affen tricksen sogar ihre Artgenossen aus, um an Nahrung heranzukommen, das heißt, sie müssen eine Vorstellung der Gedanken ihres Gegenübers haben. Ein Beispiel ist ein junger Pavian, der an die leckeren Wurzeln eines Artgenossen herankommen wollte. Das Jungtier fing an zu schreien, sodass seine Mutter alarmiert wurde, den erwachsenen Pavian vertrieb und es sich die begehrte Mahlzeit schnappen konnte.

Hunger beflügelt aber nicht nur Affen: Verhaltensforscher beobachteten in Japan, wie Krähen Nüsse auf Zebrastreifen warfen und sie von den vorbeifahrenden Autos knacken ließen. Während der Rotphasen der Ampel konnten sie gefahrlos ihr Futter einsammeln. Und Rabe Betty angelte sich mit einem Draht ein Stück Fleisch aus einem Glasröhrchen. Dazu nahm sie den geraden Draht, steckte ihn in eine Ritze im Boden und bog ihn zu einem Haken. Raben beherrschen auch den Wassertrick, nur nehmen sie Steine, um den Wasserspiegel zu erhöhen und an das Futter heranzukommen.

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