HaysWorld
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HaysWorld 01/17
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HaysWorld 02/12
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Editorial

Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG
Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG

Liebe Leserinnen und Leser,

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Oder doch lieber umgekehrt? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Die vierfache Weltmeisterin und zwölffache Paralympics-Siegerin Verena Bentele zum Beispiel plädiert für „umgekehrt“. Kontrolle sei gut, doch erst das Vertrauen befähige uns, unsere Potenziale voll auszuschöpfen, so das Credo der sehbehinderten Ausnahmesportlerin im Porträt.

„Wirklich?“ – werden die Skeptiker unter uns nun fragen. Warnte nicht schon Thomas Hobbes vor mehr als 350 Jahren, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf sei? Und stellen wir angesichts der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise, steigender Kriminalität, der Affären und Skandale nicht permanent die Vertrauensfrage – gegenüber der Politik, Institutionen und Unternehmen?

Alles richtig! Und dennoch können wir vertrauen, wie der Psychologieprofessor Dr. Peter Walschburger im Interview erläutert: „Die Natur schickt uns nicht schutzlos in diese Welt, sondern sorgt dafür, dass wir mit einer besonderen Bindungsfähigkeit auf die Welt kommen – der Fähigkeit zu vertrauen.“ Und das ist auch gut so. Denn Vertrauen ist eine der wichtigsten „synthetischen Kräfte“ in der Gesellschaft, wie der Philosoph und Soziologe Georg Simmel festgestellt hat. Ohne Vertrauen funktionieren weder zwischenmenschliche Beziehungen noch die Gesellschaft noch die Ökonomie, denn sie alle basieren auf dem Prinzip, dass Vereinbarungen getroffen und auch eingehalten werden.

Kein Wunder, dass vor diesem Hintergrund das Vertrauen inzwischen als „unsichtbarer Wirtschaftsfaktor“ gehandelt wird. Warum, erklärt Professor Reinhard Bachmann im gleichnamigen Artikel: „Vertrauen ist das soziale Kapital von Volkswirtschaften“, sagt der Director des Centre for Trust Research an der University of Surrey. Bei Trans­aktionen spare es allen Beteiligten Zeit und Kosten und wirke daher wie ein Schmiermittel der Wirtschaft. Und das nicht nur auf der Makroebene, sondern auch in den direkten Beziehungen zwischen Unternehmen und ihren Geschäftspartnern oder Kunden. Wehe dem jedoch, der sein Vertrauen verspielt – durch Pannen, Krisen und Skandale. Wer in einem solchen Fall nicht richtig reagiert, braucht Jahre, um den Vertrauensverlust wieder wettzumachen.
Wie sich dies vermeiden lässt, beschreibt der Artikel „Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen“.

Ohne Vertrauen scheint es also nicht zu gehen. Ist es demnach der Kontrolle doch vorzuziehen? Die Antwort ist ein klares „Jein“. Denn Vertrauen bedeutet immer auch Risiko – sich zu irren und enttäuscht zu werden. Vielleicht liegt die Lösung ja darin, sich von dem naiven blinden Vertrauensbegriff zu distanzieren und stattdessen in die Vorleistung zu gehen, wie es der Soziologe Niklas Luhmann vorschlägt: indem man selbst Vertrauen schenkt oder sich bietende Gelegenheiten nutzt, sich als vertrauenswürdig zu erweisen – durch Qualität, Kompetenz und Verlässlichkeit sowie dadurch, sich Zeit zu nehmen, gut zuzuhören und transparent zu kommunizieren (s. Beitrag „Vertrauensbildende Maß­nahmen“).

Dem schließe ich mich an und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.


Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG

PS: In letzter Zeit wurde öfter die Bitte an uns heran­getragen, mehr Themen aus der Arbeitswelt und der Personaldienstleistungsbranche in unser Magazin zu integrieren. Diesem Wunsch entsprechen wir gern und haben dazu auf den hinteren Seiten der HaysWorld die neue Rubrik „Hays’ Corner“ eingerichtet.

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