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Hays Global Skills Index 2014

Steigender Druck auf den Arbeitsmärkten
in vielen Ländern

Mit der zunehmenden Erholung der Weltwirtschaft und der Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze verschärft sich der Mangel an Fachkräften – vor allem im IT- und im Ingenieurbereich. Gerade in Industrieländern wie den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien zeigt sich der Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr angespannter.

Dieser Widerspruch, so scheint es, wird die globalisierte Wirtschaftswelt in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. Das steigende Wirtschaftswachstum in vielen Ländern sorgt zwar dafür, dass qualifizierte Fachkräfte wieder gefragt sind. Aber die Kehrseite dieser positiven Entwicklung in vielen Volkswirtschaften ist: Viele Länder verfügen nicht über genügend Spezialisten. Vor allem IT-Experten und Ingenieure werden nachgefragt, ohne dass der Bedarf gedeckt werden kann. Das setzt etliche Arbeitsmärkte – vor allem in Industrieländern wie den USA, Deutschland, Großbritannien oder Frankreich – zunehmend unter Druck.

Zu diesen Ergebnissen kommt der „Hays Global Skills Index 2014“, den Hays wie in den letzten Jahren zuvor mit Oxford Economics erstellt hat. Er basiert auf einer Analyse der Arbeitsmärkte in 31 wichtigen Volkswirtschaften und dient dazu, die Dynamik des globalen Arbeitsmarktes zu durchleuchten.  

Es sind vor allem vier Punkte, die den Druck auf viele nationale Arbeitsmärkte in diesem Jahr im Vergleich zu 2013 erhöht haben (siehe Grafik). So besteht im Jahr 2014 auf einer Reihe von Arbeitsmärkten ein deutlicher Lohndruck bei hoch qualifizierten Fachkräften. Diese sind gefragt, aber nur bedingt verfügbar. Daher steigen ihre Löhne spürbar an. Trotz dieser steigenden Nachfrage nach Spezialisten ist die Erwerbsbeteiligung in wichtigen Volkswirtschaften gesunken. Viele Menschen profitieren nicht vom Wachstum der Weltwirtschaft, da sie zu wenig oder nicht passend qualifiziert sind. Auch dies belastet etliche Arbeitsmärkte und verweist direkt auf den dritten Punkt: In vielen Ländern existiert eine größere Diskrepanz zwischen der Qualifikation der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren Menschen und den von Unternehmen benötigten Kompetenzen. Folglich sinkt die Erwerbsquote in vielen Volkswirtschaften, obwohl die Nachfrage steigt.

Und ein letzter Punkt fällt ins Auge: Zwar möchten viele Regierungen ihre Bürokratien abbauen und den Arbeitsmarkt weniger regulieren. Aber der empirische Befund ergibt, dass die Arbeitsmärkte vieler Länder an Flexibilität eingebüßt haben. Dies beeinträchtigt nicht nur die nationalen Arbeitsmärkte, sondern teilweise auch die Migration.

Wie sich der Hays Global Skills Index 2014 verändert hat
Wie sich der Hays Global Skills Index 2014 verändert hat

Der Blick auf die deutschsprachigen Länder

In Deutschland steht der Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr laut dem Index (Punktzahl: 6,2) nach wie vor unter Druck: So ziehen sowohl die Löhne für hoch qualifizierte Spezialisten als auch die Löhne in den gefragten Industrien an. Kritisch bewertet der Index zudem die mangelnde Flexibilität sowohl auf dem deutschen Arbeitsmarkt als auch im Bildungswesen. Positiv entwickelt hat sich dagegen die Zahl der Erwerbstätigen. Dies liegt vor allem an dem recht hohen Ausbildungsniveau der Menschen in Deutschland.  

Für den Schweizer Arbeitsmarkt ergibt der diesjährige Index mit einer Punktzahl von 4,5 einen fast gleichen Wert wie im Vorjahr. Das heißt, Unternehmen in der Schweiz finden noch in ausreichendem Maß die benötigen Fachkräfte. Geschuldet ist dies vor allem der nach wie vor hohen Einwanderung. Daneben werden die flexible Regulierung des Arbeitsmarkts und die geringe Lohnsteigerung bei hoch qualifizierten Berufen positiv gewertet. Kritisch sieht der Index hingegen den Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit und den allgemeinen Lohnanstieg.

Der österreichische Arbeitsmarkt ist mit einer Punktzahl von 5,0 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls unverändert geblieben. Positiv zahlt sich in Österreich die geringe Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent aus. Wie in den meisten hoch entwickelten Ländern sind aber auch in Österreich die Löhne vor allem in Branchen mit hohem Qualifikationsbedarf signifikant gestiegen. Dies wird den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren weiter belasten. Gleiches gilt für die sinkende Erwerbsbeteiligung jüngerer Arbeitskräfte.

Wachstumsraten beeinflussen Punktzahl im Hays Global Skills Index
Wachstumsraten beeinflussen Punktzahl im Hays Global Skills Index

Was zu tun ist

Wie sollen die nationalen Volkswirtschaften nun mit dieser Schieflage umgehen? Hier gibt der Report vor allem drei Antworten: Die erste zielt auf die Bildungspolitik, die sich stärker am Arbeitsmarkt orientieren solle. Hier seien alle gesellschaftlichen Kräfte – Politik, Gesellschaft, Unternehmen, Bildungseinrichtungen – gefragt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Gerade Unternehmen sollten in enger Kooperation mit privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen neue Fort- und Weiterbildungskonzepte entwickeln, die auf dem Arbeitsmarkt benötigte Qualifikationen ermöglichen.

Sinnvolle Flexibilisierungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt seien ein zweiter Schritt, um Unternehmen mehr geeignete Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Der dritte Punkt zielt auf ein sensibles Thema, die Einwanderung. Hier lautet die Empfehlung des Berichts an die nationale Politik, gezielt die Einwanderung von qualifizierten Migranten zu fördern.

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