HaysWorld
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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG
Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender
der Hays AG

Leistung - das ist Arbeit geteilt durch Zeit. So haben wir es einst im Physikunterricht gelernt. Was für die Naturwissenschaft gilt, galt lange Zeit auch für die industrielle, taylorisierte Arbeitswelt. Eine Welt, in der Leistung noch ganz konkret und messbar war - anhand der investierten Arbeitszeit oder der erreichten Stückzahl in vorgegebenen Zeiteinheiten.

So bestechend diese Formel in ihrer Schlichtheit daherkommen mag, so wenig ist sie heute noch geeignet, Leistung zu beschreiben. Längst definiert sich das Leistungsverständnis in der Ökonomie nicht mehr über den Input, sondern über den Output: Was zählt, ist das Ergebnis, das dann beurteilt und belohnt wird.

Doch Vorsicht, mahnt die Professorin Isabell Welpe von der TU München im Interview: Was einfach klingt, ist hochkomplex. Denn auch dieser Ansatz funktioniere nur dann, wenn man die Ergebnisse gut messen und einzelnen Personen oder auch Gruppen zuordnen könne. Kein leichtes Unterfangen in der heutigen Wissensgesellschaft, in der es immer stärker auf kreative, geistige und innovative Leistungen ankommt, die häufig nicht von Einzelnen, sondern von ganzen Projektteams erbracht werden.

Woran erkennt man sie dann aber, die viel besungenen Leistungsträger? Und was zeichnet sie aus, gerade in Zeiten digitaler Transformation? Zum Beispiel ihre Fähigkeit, selbstständig, kurzfristig und flexibel auf Marktschwankungen zu reagieren oder Prozesse zu optimieren, wie es der Artikel "Leistungsträger 4.0" beschreibt. Dazu benötigen sie allerdings nicht nur Management- und IT-Know-how, sondern auch eine gute Portion Fachwissen und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen.

Coach und Autor Hans-Georg Willmann

Denn in der Wissensgesellschaft "entscheidet die mentale Gesundheit mehr als die körperliche Fitness über die anhaltende Leistungsfähigkeit", erklärt Natalie Lotzmann, Leiterin Globales Gesundheitsmanagement bei SAP. Nicht nur deshalb wenden sich immer mehr Unternehmen wieder stärker ihren Old Professionals zu. Unter dem Druck des anhaltenden Fachkräftemangels und demografischen Wandels erkennen sie, dass sie nur dann dauerhaft am Markt bestehen können, wenn sie ihre Mitarbeiter über alle Altersklassen hinweg leistungsfähig halten.

Klingt nach lebenslangem Leistungsdruck? Das kommt, wie so oft, auf die Perspektive an. Denn was die einen als Druck empfinden, sehen andere als Bereicherung, gar Glück. Wie so viele Hochleistungssportler, die ihr hartes Training und ihren täglichen Verzicht nicht als Qual, sondern als Erfüllung und Vehikel zur persönlichen Weiterentwicklung verstehen. So z. B. auch die Schweizer Extrembergsteigerin Evelyne Binsack, die im Interview erzählt, dass die Leistung am Berg nicht nur ihre Muskeln und ihr Bewegungsgefühl wachsen lasse, sondern auch ihre Psyche und ihre emotionalen Fähigkeiten. Und die von sich selbst sagt, dass sie mit viel Freude durchs Leben geht.

"Leistung macht Spaß", bestätigt auch der Freiburger Coach und Autor Hans-Georg Willmann. Wir Menschen seien nicht dazu geboren, auf der Couch zu sitzen, sondern verfügten über eine natürliche "Funktions- und Leistungslust".

Dem schließe ich mich an und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Klaus Breitschopf
Vorstandsvorsitzender der Hays AG