HaysWorld
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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG
Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender
der Hays AG. Foto: Horst Hamann

was war Ihre erste Mutprobe? Vom Dach des Geräteschuppens springen, einen Regenwurm essen oder allein durch ein dunkles Stück Wald laufen? Wie auch immer Sie als Kind Ihren Mut unter Beweis gestellt haben – danach waren Sie sicher ein kleiner Held! Dass Ihnen vorher beinahe das Herz in die Hose gerutscht wäre, musste ja keiner wissen …

Dabei ist Mut keineswegs mit Angstlosigkeit gleich­zusetzen. Im Gegenteil: Mut und Angst sind zwei Seiten einer Medaille. Mut, definiert das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, ist die Unerschrockenheit bei Gefahr – sei diese physischer, sozialer oder psychologischer Natur. Der Mutige geht ins Risiko trotz seiner Angst. Er nutzt sie sogar, wie die Stuntfrau Angela Mögele erklärt: „Angst ist für mich überlebensnotwendig! Angst heißt Sinne schärfen und Körperkraft aktivieren“ – damit der Mut nicht zum Übermut wird.  

Tatsächlich verläuft die Grenze zwischen beiden Begriffen fließend. Das verdeutlicht ein Blick in die Geschichte der Selbstversuche vieler Forscher. Was trieb zum Beispiel den Immunbiologen Jonas Salk 1953, sein Serum gegen Polio nicht nur an sich selbst, sondern auch an seiner Familie zu testen? Mut? Übermut? Selbstüberschätzung gar? Wir wissen es nicht! Nur, dass das Experiment gut ausgegangen ist – wie auch viele andere Selbstversuche von Wissenschaftlern, ohne deren Schritt ins Risiko es viele bedeutende Errungenschaften der Menschheit nicht gäbe. 

Denn Innovationen erfordern Mut – und die Bereitschaft, Fehler zuzulassen. Genau daran hapert es aber in vielen Unternehmen, wie der Beitrag „Der Weg zu Innovationen ist mit Fehlern gepflastert“ zeigt. Während Fehler in Asien als Ausgangspunkt für Verbesserungen gesehen werden, geht es in vielen Unternehmen hierzulande noch immer eher darum, sie zu vertuschen. Kein guter Trend, sagt die Unternehmensberaterin Elke Schüttelkopf und warnt: „Ein offener Umgang mit Fehlern ist für ein Unternehmen heutzutage überlebensnotwendig!“ 

Die Furcht vor Fehlern beschränkt sich indes nicht auf die Arbeitswelt. Sie ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und zeigt sich gern dort, wo Zivilcourage gefragt ist, aber nicht aufgebracht wird. Ignoranz sei dafür nur selten der Grund, erklärt Prof. Dr. Veronika Brandstätter-Morawietz im Interview. Die meisten fürchteten eher das Risiko, sich zu exponieren. Hinzu käme die Angst, etwas falsch zu machen und dadurch die Situation für das Opfer eventuell noch zu verschlimmern.

Doch damit will es die Psychologin nicht bewenden lassen. Sie ist der Überzeugung: Zivilcourage und Mut lassen sich lernen. Welche Strategien es dafür gibt, lesen Sie in der Langversion ihres Interviews, im Interview mit dem Journalisten und Philosophen Jürgen Wiebicke sowie im Artikel „Spring doch!“. 

Jasmin Hunn ist gesprungen – nicht vom Zehn-Meter-Brett, aber in die Freiberuflichkeit. Anfang des Jahres hat die Wirtschaftsfachwirtin ihren Mut zusammengenommen und sich als Beraterin im Rechnungswesen selbstständig gemacht. „Wenn man weiß, was man kann, sollte man den eigenen Fähigkeiten vertrauen und den Sprung wagen“, so ihre Begründung.

Dem schließe ich mich an und rufe Ihnen zu: Nur Mut! Denn dem Mutigen, das weiß der Volksmund schon lange, gehört die Welt!

Ihr Klaus Breitschopf
Vorstandsvorsitzender der Hays AG

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