HAYS’ CORNER
SPAGAT ZWISCHEN KERNGESCHÄFT UND DIGITALISIERUNG

Dem digitalen Wandel zum Trotz konzentrieren sich Unternehmen weiter auf ihr Kerngeschäft. Dies zeigt die aktuelle empirische Studie der Hays AG und des Beratungsunternehmens PAC zu den Spannungsfeldern des digitalen Wandels auf.

So ist es Unternehmen ungleich wichtiger, ihr Kerngeschäft weiterzuentwickeln (52 %), als neue Geschäftsfelder anzugehen (26 %). Statt die Selbstorganisation von Teams zu fördern (17 %), optimieren Unternehmen deshalb eher ihre bestehenden Abläufe (64 %). Auch die Effizienzsteigerung steht dadurch höher im Kurs (62 %) als der Ausbau von Agilität (21 %).

Dennoch sind immer mehr Mitarbeiter neben ihren opera­tiven Aufgaben in digitale Projekte eingebunden. Das erzeugt Spannungen: 86 Prozent der Befragten konstatieren Konflikte zwischen Projekt- und Linienaufgaben, was die Priorisierung betrifft, 80 Prozent beklagen unklare Verantwortlichkeiten in der Führung.

Aus Sicht der Befragten behindern vor allem drei Punkte die digitale Transformation: Erstens fällt es Führungskräften schwer, ihren Führungsstil zu ändern (61 %). Zweitens nimmt das Kerngeschäft nach wie vor zu viel Zeit in Anspruch (60 %) und drittens sind die Fachbereiche noch immer durch ein Inseldenken geprägt (59 %).

Über 20 Prozent der Digitalisierungsprojekte scheitern

Auch bei den Projekten läuft es nicht rund. Rund 22 Prozent der Innovationsprojekte scheitern offiziell. Das sind fast 50 Prozent mehr als noch vor drei Jahren. Dies liegt vor allem an einer unrealistischen Projektplanung (39 %), an unklaren Zielen (33 %) und daran, dass wichtige Entscheidungen im Projektverlauf nicht getroffen wurden (23 %).

„Viele Unternehmen sind die Digitalisierung angegangen und haben hierzu Projekte etabliert. Doch die bestehenden Organisationsstrukturen erweisen sich als zu unflexibel, um die neuen Themen voranzutreiben. Dieser Spagat, innovative Themen in den herkömmlichen Strukturen zu bearbeiten, belastet Unternehmen. Hier ist mehr Mut zu neuen Wegen notwendig“, kommentiert Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG, die Ergebnisse der Studie.

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