Komm in die Community

Eine zentrale Rolle bei der Co-Creation spielt die jeweilige Community, also die Gruppe von Menschen, die als Partner in die Entwicklungsprozesse mit eingebunden werden. Für Unternehmen gibt es verschiedene Möglichkeiten, an eine Community zu kommen. Eine Option ist es, auf eine bestehende Community eines Crowdsourcing-Anbieters zuzugreifen: So bietet beispielsweise die Crowdsourcing-Plattform „ISPO Open Innovation“  Sportartikelherstellern an, Zugang zu „sportbegeisterten Konsumenten aus der ganzen Welt“ zu erhalten. Diese haben sich zuvor auf der Plattform registriert und können dann ausgewählt werden, um neue Sportprodukte mit zu entwickeln oder zu testen. Die andere Möglichkeit ist es, eine eigene Co-Creation-Community aufzubauen. Das kann für Unternehmen sinnvoll sein, die Co-Creation langfristig und nicht nur punktuell für einzelne Projekte nutzen wollen. Vorteil der unternehmenseigenen Community ist, dass sich die Teilnehmer, die sich hier registrieren, dem Unternehmen in aller Regel in besonderer Weise verbunden fühlen. Ein eindrückliches Beispiel für eine solche Gemeinschaft ist Lego-Ideas: Auf der Co-Creation-Plattform des dänischen Spielzeugherstellers tummeln sich Lego-Enthusiasten aller Couleur, um eigene Produktideen zu präsentieren, über Vorschläge abzustimmen oder Feedback zu geben. Regelmäßig werden Ideenwettbewerbe ausgerufen und Preise für die Fan-Kreationen ausgelobt – damit führt Lego auch exemplarisch vor, wie Co-Creation zur Kundenbindung eingesetzt werden kann. Die besten Ideen werden produziert, zum Beispiel das Zuhause der TV-Steinzeitfamilie „Die Feuersteins“.


Doch nicht nur Publikumslieblinge wie die bunten Plastiksteinchen eignen sich für die gemeinschaftliche Weiterentwicklung. Auch weniger emotionale Produkte oder Dienstleistungen können von den Ideen und Rückmeldungen ihrer Kunden profitieren. So hat beispielsweise die Postbank mit ihrem „Ideenlabor“ eine eigene Co-Creation-Plattform aufgesetzt. Kunden und Mitarbeiter können hier neue digitale Angebote des Finanzdienstleisters evaluieren, konzipieren oder testen. Ein siebenköpfiges Team managt die Co-Creation-Prozesse, um ein strukturiertes Vorgehen zu gewährleisten. Und selbst die Arbeitsagentur ruft in ihrer „Ideenwerkstatt“ Interessierte auf, Ideen für neue Kommunikationsformate und Leistungen einzubringen, um den Service zu verbessern und „optimal an den Bedürfnissen der Zielgruppen auszurichten“.