Mentaltraining für Sportler und Führungskräfte

Erfolgreiche Sportler trainieren nicht nur ihren Körper, sondern auch den Kopf. Viele der Strategien lassen sich auch auf das Arbeiten in der Wirtschaft anwenden. Haysworld stellt einige Wege vor, mit denen Sie das Beste aus sich herausholen:

Strategie 1: Motivieren Sie sich selbst!
Gedanken und Selbstkontrolle sind im Sport die am häufigsten eingesetzten psychologischen Strategien. Sportler trainieren Techniken, um sich selbst zu motivieren. Das können Selbstinstruktionen sein, um den inneren Schweinehund zu besiegen: Raff dich auf! Gib nicht auf! Das können aber auch Selbstbekräftigungen sein: sich loben oder sich eigene Fähigkeiten bewusst machen. Wenn das, was im Kopf abläuft, mit dem übereinstimmt, was passiert, steigert dies die Leistung. Wenn hingegen die inneren Abläufe zu den äußeren im Gegensatz stehen, verhindert das Höchstleistungen. Jeder, der sich selbst motiviert, muss sich im Klaren darüber sein, dass guter Wille allein keinen Erfolg beschert. Jeder braucht eine gesunde Selbsteinschätzung.

Strategie 2: Setzen Sie sich Ziele!
Jeder Leistungssportler, jeder Profiverein setzt sich zu Beginn der Saison Ziele; gerne werden diese je nach Wettbewerbsverlauf revidiert oder angepasst. Klar ist jedoch: Wer vorankommen will, braucht Ziele. Das gilt auch für das Berufsleben. Der Kognitionspsychologe Dietrich Dörner beschreibt ein Ziel als nützlich, wenn es konkret, einfach und positiv formuliert ist. Es muss auf den Einzelnen passen. Sogar im Sport muss man sich bewusst darüber sein, dass Gewinnen nicht das einzige Ziel sein kann.

Strategie 3: Trainieren Sie Ihr inneres Auge!
Rennfahrer gehen vor dem Wettbewerb den Streckenverlauf vor ihrem geistigen Auge durch. Immer und immer wieder fahren sie in ihrer Vorstellung die Kurven und Geraden der Strecke entlang. Auch das ist eine Strategie, die man für das Berufsleben nutzen kann. Halten Sie Reden, Bewerbungs- oder Mitarbeitergespräche erst vor ihrem inneren Auge! Beobachten Sie sich dabei, spielen Sie mehrere Szenen durch, korrigieren Sie sich, wo nötig. Mithilfe dieses Mentaltrainings sind Sie auf die reale Situation optimal vorbereitet.

Strategie 4: Entspannen Sie sich!
Wer Hochleistung erbringen will, muss sich zwischen den Wettkämpfen erholen. Dafür erlernen Sportler Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Der Sportpsychologe Hans Eberspächer beschrieb, dass es für Sportler bedeutend sei, ihr Aktivitätslevel steuern zu können. Vor dem Wettkampf müssten sie sich in Kampfbereitschaft versetzen, danach ein angenehmes, entspannendes Empfinden herbeiführen können. Dies gilt ebenso für Führungskräfte, die in der täglichen Arbeit unter Druck agieren müssen – und am Ende des Tages zur Ruhe finden sollten.


Literatur:
- Hans Eberspächer: Mentales Training – Das Handbuch für Trainer und Sportler, 2007, Copress Verlag
- Hans-Dieter Hermann, Jan Meyer: Mentales Training: Grundlagen und Anwendung in Sport, Rehabilitation, Arbeit und Wirtschaft, 2011, Springer Verlag