Zukunft & Innovation

Digitale Sichtbarkeit von Mitarbeitenden im Kontext von Fachkräfte­engpässen

Unser Auftritt auf dem OMR Festival
  • Übersicht zum OMR Festival:
  • Auftritt auf der Dialog Stage
  • Ausblick

Übersicht zum OMR Festival:

Am 17.05 war es soweit – die Pforten der Hamburg Messe öffneten sich für das OMR Festival.

Schon lange vor dem Festival platzten LinkedIn, Instagram und andere Social Media Plattformen aus allen Nähten – der Grund: OMR Festival Content. Auch nach dem zweitägigen Event dominiert das Marketing-Großereignis meine Timeline. Sollten Leserinnen und Leser noch nicht mit OMR bzw. dem OMR Festival vertraut sein, hier ein kurzer Abriss ihres Selbstverständnisses:

„OMR ist die größte Wissens- und Inspirations-Plattform für die Digital- und Marketingszene in Europa. 2011 ist die „Online Marketing Rockstars“- Konferenz erstmals an den Start gegangen. Aus dieser Veranstaltung ist mittlerweile das zweitägige OMR-Festival mit Konferenz, Messe und Konzerten geworden.“

Die Entwicklung der Company respektive des Festivals ist bemerkenswert. 2011 ging die damalige Konferenz an den Start – mit 200 Teilnehmenden. Sechs Jahre später wurde aus der Online Marketing Rockstars Konferenz das OMR Festival und die Anzahl der Besucherinnen und Besucher stieg auf 26.000 an. 2019 der nächste Meilenstein: 60.000 Besucherinnen und Besucher. Doch dann kam drei Jahre lang nichts – das OMR Festival fand nicht statt. Der Grund: eine drei-jährige pandemische Ausnahmesituation. Covid-19. Ein Lichtblick war der Ausblick auf 2022. Es herrschte vorsichtiger Optimismus. Noch zwei Wochen vor dem 17.05 war unklar, ob und wie das Festival stattfinden kann. Doch dann kam das Go der Stadt Hamburg und es folgte ein Gefühl der Euphorie für viele Menschen der Szene.  

Schon am Vortag auf der Zugfahrt von Nürnberg nach Hamburg war OMR das Gesprächsthema. Meine Sitznachbarn tauschten sich lebhaft darüber aus, welche Speaker und Speakerinnen sie sich anhören möchten oder auf welchen Musik Act sie sich besonders freuen. Ich hatte mir auch Gedanken gemacht, wem ich zuhören wollte – und zwar waren es Speaker wie u.a.: Philipp Westermeyer, Gabor Steingart, Richard David Precht oder Markus Lanz. Die Inhalte würden sich um den Status Quo des deutschen Internets drehen, dem Untergang und der Wiederauferstehung des Journalismus und dem Ende des Verständnisses von Arbeit wie wir sie kannten. Was ich dann realisierte: Ich darf mich zu einem dieser Speakerinnen und Speaker zählen.

Auftritt auf der Dialog Stage

Meine Kollegin Meike Leue und ich waren eingeladen, auf der Dialog Stage auf dem OMR Festival zu referieren. Das Thema: „Der Einfluss digitaler Sichtbarkeit von Mitarbeitenden im Kontext von Fachkräfteengpässen.“ Wir sind der Überzeugung, dass Sichtbarkeit Vertrauen schafft. Und dass Menschen lieber die gelebte Realität eines tatsächlichen Menschen erfahren als die Propagierung einer Hochglanzbotschaft eines Unternehmens. Glaubwürdigkeit ist heute zu einem hohen Gut geworden. Kommunikation fungiert dabei als Transmitter und Social Media nimmt in der Kommunikation eine Sonderrolle ein. Social Media prägt das Informations -bzw. Kommunikationsverhalten von Menschen maßgeblich. Eine feine Nuance jenes Informationsverhaltens ist der überwiegende Personenbezug.

Ich finde diesen Personenbezug naheliegend. Die gelebte Erfahrung eines Mitarbeitenden ermöglicht eine Identifikation mit den tatsächlichen Menschen und der individuellen Lebensgeschichte bzw. dem Karriereweg. Deswegen scheint ein Alleinvertretungsanspruch von Unternehmenskommunikatorinnen -bzw. kommunikatoren obsolet zu sein.

Menschen rücken zunehmend in den organisationalen Fokus – sowohl als relevante Kommunikatorinnen und Kommunikatoren als auch als kritischer Erfolgsfaktor für die Entwicklung eines jeden Unternehmens. Denn die Fachkräfteengpässe haben dramatische Ausmaße angenommen. Laut unserem Hays Fachkräfte-Index ist die Nachfrage nach Fach -und Führungskräften um 49 Prozent, auf einen Höchstwert von insgesamt 161 Prozent im ersten Quartal 2022 gestiegen. Ich werte die zunehmende Investition von Unternehmen in Personalabteilungen als Reaktion auf die eklatanten Fachkräfteengpässe. Die Nachfrage nach Recruiterinnen und Recruitern, die um 210% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, bekräftigt diese Vermutung.

Diese personellen Investitionen sind eine valide Option, Fachkräfteengpässen zu begegnen. Eine andere Option ist es, die Communities der eigenen Mitarbeitenden zu aktivieren – denn persönliche Empfehlungen sind wirksam, um neue Kolleginnen und Kollegen für das Unternehmen zu begeistern und letztlich zu gewinnen.

Diese Chance hat Hays im Rahmen der Initiative „Share your Network“ ergriffen. Das erklärte Ziel der Initiative war und ist es, Mitarbeitende zu ermutigen, Mitglieder der eigenen Community für eine Karriere bei Hays zu sensibilisieren. Ich würde behaupten, dass ich sowohl digital als auch analog sichtbar bin und somit veranschauliche, was es bedeuten kann bei Hays zu arbeiten. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass meine persönliche Empfehlung dazu beigetragen hat, dass sich drei meiner ehemaligen Kommilitoninnen für eine Karriere bei Hays entschieden haben. Diese persönliche Erfahrung ist bei weitem kein Einzelfall – im Gegenteil. „Share your Network“ ist zu einem der wertvollsten internen Recruiting Kanäle geworden, um die richtigen zukünftigen Kolleginnen und Kollegen zu finden und zu binden.

Das langfristige Binden von Mitarbeitenden ist ein relevantes Stichwort. Viele Unternehmen sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert in die Entwicklung von Mitarbeitenden investiert zu haben, nur um jene Beschäftigte aufgrund der hohen Nachfrage wieder zu verlieren.

Laut einer XING E-Recruiting Studie denken 37% deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über einen Jobwechsel nach. Das entspricht einem Wachstum von 12% im Vergleich zum Vorjahr. Betrachtet man die Demografie näher, ist festzustellen, dass fast jeder zweite Mensch, der zwischen 30 und 39 Jahre alt ist, über einen Jobwechsel nachdenkt.

Ich meine, es ist sinnhaft vor diesem Hintergrund über die Bindung von Mitarbeitenden im organisationalen Kontext nachzudenken. Bindung ist ein Gefühl. Dieses Gefühl wird meines Erachtens von vier Faktoren beeinflusst:

•           Das Gefühl, ein Teil der Gemeinschaft zu sein.

•           Das Gefühl, gut zu finden, was getan wird.

•           Das Gefühl, wahrgenommen zu werden.

•           Das Gefühl, einen Beitrag geleistet zu haben.

Ich bin der Meinung, dass Social Media diese vier Faktoren beeinflussen kann.

Das Gefühl ein Teil der Gemeinschaft zu sein:

Social Media kann als Katalysator fungieren, um menschliche Beziehungen zu intensivieren – gerade in pandemischen Ausnahmesituationen oder der zunehmenden Flexibilisierung von Arbeit. Im Rahmen unserer Kampagne #shareasmilewith konnten wir eben diese Beobachtung machen. Die Kampagne zielte, schlicht und ergreifend darauf ab, ein Lächeln mit Kolleginnen und Kollegen oder Kundinnen und Kunden zu teilen. Ich hatte den ersten Beitrag in Deutschland veröffentlicht und es folgte eine regelrechte Flut an weiteren Beiträgen– und das cross-kontinental. Über Europa, Nordamerika, Asien bis nach Australien veröffentlichten meine Kolleginnen und Kollegen von Hays ihre eigenen Beiträge. So konnte ich fühlen, was es bedeutet Teil eines internationalen Großen und Ganzen im organisationalen Kontext zu sein.

Das Gefühl gut zu finden, was getan wird:

Das Herzstück der Dienst -bzw. Beratungsleistung von Hays ist es, Karrieren zu entwickeln und Unternehmen zu helfen zu wachsen. Meine Kolleginnen und Kollegen sehen was ihre Arbeit ermöglichen kann – was es bedeutet, wenn der neue Job der Startschuss für eine Familiengründung ist oder das unterstützte Startup durch die Decke geht. Für eine Vielzahl unserer Kolleginnen und Kollegen ist das das zentrale Why – und das zeigen sie via Social Media.

Das Gefühl wahrgenommen zu werden:

Digitale Sichtbarkeit bedeutet innerhalb des eigenen Unternehmens und außerhalb wahrgenommen zu werden. Es bedeutet den eigenen Wertbeitrag sichtbar zu machen. Unabhängig von Hierarchien, Länge der Unternehmenszugehörigkeit oder sonstigen strukturellen Hürden. Es ermöglicht dem bzw. der Einzelnen gesehen und gehört zu werden. Es bedeutet im individuellen Kontext, dass ein persönliches Engagement für die Sichtbarkeit von arbeitenden Vätern wahrgenommen wird. Ich spreche von Florian Staßfurth, Ingo Sauer und allen anderen Vätern, die sich bei der Initiative „Hays D@ds“ engagieren.

Das Gefühl einen Beitrag geleistet zu haben:

Diese Sichtbarkeit ermöglicht es anderen auf den persönlichen Wertbeitrag aufmerksam zu werden. Es bedeutet, dass Meike Leue und ich als Speakerin und Speaker auf dem OMR Festival sprechen konnten. Es bedeutet, dass Kolleginnen und Kollegen, wie zum Beispiel Barbara Peter, Michaela Jaap oder Gerald Fahnenbruck eingeladen werden, um ihre Erfahrungen bzw. professionelle Einschätzungen öffentlich mit verschiedenen Anspruchsgruppen zu teilen. So wird ein Gefühl bekräftigt, einen wertvollen Beitrag für das Unternehmen geleistet zu haben.

Ausblick:

Heute genießen Jobsuchende sowie Kundinnen und Kunden das Privileg relevante Informationen über eine Vielzahl verschiedener Medien, u.a. Social Media, sammeln zu können, um auf Basis dessen eine Entscheidung zu treffen. Zum Beispiel wer der bzw. die nächste Chef bzw. Chefin für den ersten oder nächsten Karriereschritt sein soll.

Die (digitale) Sichtbarkeit von Mitarbeitenden ist vor diesem Hintergrund ein relevanter Faktor. Denn Glaubwürdigkeit ist zu einem hohen Gut geworden. Deswegen nehmen die Erfahrungen bzw. der Wertbeitrag sichtbarer Mitarbeitenden einen wichtigen Stellenwert als Vertretungen des Unternehmens ein. Ihnen wird eine Sonderrolle in der Vertrauensbildung von Menschen zu Unternehmen zuteil. Menschen scheinen lieber die gelebte Realität eines Menschen erfahren zu wollen als die Hochglanzbotschaften eines Unternehmens.

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