Arbeitswelt & Karriere

New Work – schöne neue Arbeitswelt?

Es ist schier unglaublich, mit welcher Dynamik sich die Arbeitswelt in den letzten Jahren verändert hat. Das Arbeiten von zu Hause ist salonfähig geworden. Was früher verpönt war, wird heute akzeptiert.

Und wenn die Mitarbeitenden im Office arbeiten sollen oder wollen, dann doch bitteschön in topmodernen Umgebungen, bei denen es an nichts fehlt und das Ambiente eher an das gemütliche Zuhause erinnert als an ein klassisches Büro, wie man es noch vor wenigen Jahren kannte. Und nicht zu vergessen: der neueste Trend ist das mobile Arbeiten aus dem Ausland: Warum denn nicht auch aus dem Ferienhaus auf Mallorca oder in Holland arbeiten? Im „War for Talents“ scheint nahezu alles möglich!

Um es vorweg zu nehmen: Viele der oben genannten Veränderungen sind absolut richtig. Es macht absolut Sinn, dass das Arbeiten flexibler geworden ist und so unter anderem auch Arbeit und Familie besser miteinander vereinbar sind. Zweifelsohne können viele Tätigkeiten mindestens genauso gut von zu Hause aus erledigt werden. Wir haben gesehen, dass die Ziele während Corona erreicht oder sogar überfüllt wurden. Warum dann also jeden Tag im Office anwesend sein? Das macht schlichtweg keinen Sinn und es ist gut, dass hier die Flexibilität Einzug gehalten hat. Die sterilen Büros von früher sind ebenfalls nicht mehr zeitgemäß. Es ist richtig, dass sich die Anforderungen an das Ambiente der Räume geändert haben. Bessere Akustik, angenehmere Farben, hochwertigere Möbel, modernste Technik. Das alles führt dazu, dass man sich wohler fühlt und seine Arbeit besser ausführen kann als vorher. Hier gab und gibt es sicherlich an der einen oder anderen Stelle noch Nachholbedarf.

Aber ist damit alles gut und wir haben wirklich eine schöne neue Arbeitswelt? Keineswegs. Viele Herausforderungen zeigen sich erst dann, wenn man erste Erfahrungen in der „neuen Welt“ gesammelt hat.

Und diese können unterschiedlich in Erscheinung treten:Wie schaffe ich es, neue Kolleginnen und Kollegen erfolgreich einzuarbeiten, wenn diese größtenteils zu Hause arbeiten? Wie gelingt es mir als Führungskraft, dass sich meine Mitarbeitenden im Team integrieren und mit dem Unternehmen identifizieren können, wenn sich nicht mehr alle regelmäßig im Office treffen? Hat dies Auswirkungen auf die ungewollte Fluktuation? Und nicht zu vergessen, der interne Abstimmungsaufwand nimmt zu, wenn Mitarbeitende flexibler arbeiten. Schließlich dürfen der Kundenservice und vereinbarte Service-Leistungen auf keinen Fall unter dieser Flexibilisierung leiden.

Darüber hinaus sind die Anforderungen an das neue Büro und die damit verbundenen Kosten nicht unerheblich. Wie argumentiere ich gegenüber Shareholdern die notwendigen Investitionen für die Technik und eine neue Office-Landschaft? Wie messe ich den Erfolg dieser kostenintensiven Veränderungen?

Letztlich ist auch der Gesetzgeber noch nicht in der neuen Arbeitswelt angekommen: Es ist schwieriger, die Arbeitszeiten von hybriden Arbeitswelten zu erfassen. Und wenn das Arbeiten aus dem Ausland wirklich compliance-gerecht abgebildet werden soll, erfordert dies einen enorm hohen, internen Aufwand bzw. hohe Kosten für die Beauftragung externer Dienstleistungsunternehmen. So leicht, wie es auf den ersten Blick erscheint, ist das Arbeiten aus dem Ausland leider wegen steuer- und arbeitsrechtlichen Themen aktuell noch nicht!

Ist New Work also die schöne neue Welt? Ich glaube, dass sich viele Dinge genau in die richtige Richtung entwickeln und dies weiter forciert werden sollte. Es gibt aber viele Themen, welche die Führungskräfte und Unternehmen noch vor einige Herausforderungen stellen werden. Die Zukunft bleibt spannend!

Oliver Kowalski

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