HaysWorld
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HaysWorld 01/18
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HaysWorld 01/17
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HaysWorld 02/13
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HaysWorld 01/12
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HaysWorld 02/12
Intelligenz

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender der Hays AG.
Klaus Breitschopf, Vorstandsvorsitzender
der Hays AG. Foto: Daniel Lukac

Kaffee oder Tee? Jeans oder Anzug? Fitness-Studio oder Couch? Willkommen im Supermarkt der Möglichkeiten! Nie zuvor konnten wir unter so vielen Optionen wählen wie heute. Bis zu 20.000 Entscheidungen treffen wir täglich, das hat der Hirnforscher Ernst Pöppel festgestellt. Dazu gehören die eingangs genannten Blitzentscheidungen ebenso wie weitreichendere Lebensfragen nach dem rich­tigen Partner oder Beruf.

Die große Freiheit also? Von wegen! Auch wenn wir uns gern als selbstbestimmte Individuen betrachten, unter­liegen unsere Entscheidungen vielen Einflüssen, wie Prof. Ralph Hertwig im Interview erklärt – angefangen von unseren Hormonen über kulturelle Normen und Werte bis hin zu unserem Erfahrungsschatz und unseren kogni­tiven Fähigkeiten.

Mehr noch: Wer schon einmal mehrere Job- oder Wohnungszusagen gleichzeitig erhalten hat, weiß, wie sehr einen die verschiedenen Optionen unter Druck setzen können. Die vermeintliche Freiheit schlägt dann schnell in ihr Gegenteil um und wird zur Tyrannei der Wahl. Denn wenn wir schon unter so vielen Möglichkeiten wählen können, dann soll das Ergebnis nicht weniger als perfekt sein.

Doch wie trifft man die richtige Entscheidung? Mithilfe von Algorithmen? Oder anhand von Regelwerken und Erfahrung, wie der Artikel „Die entscheidende Strategie“ beschreibt? Oder sollen wir besser erst einmal gar nichts tun und uns auf den Zufall verlassen? „Eine gute Entscheidung ist eine Entscheidung, bei der Verstand und Unbewusstes koordiniert sind“, rät die Psychologin Dr. Maja Storch. Denn wer allein auf die Vernunft setzt und die Signale seines unbewussten Bewertungssystems – umgangssprachlich gern als Bauchgefühl bezeichnet – ignoriere, werde auf Dauer nicht glücklich. Genauso wenig wie jemand, der unreflektiert nur seiner Intuition folgt. Wie sich beides in Einklang bringen lässt, lesen Sie im Artikel „Besser entscheiden: mit Kopf und Bauch“.

Die Entscheidungsfindung bewegt allerdings nicht nur Individuen. Auch für Unternehmen ist sie ein großes Thema. Denn die klassische Top-down-Methode – der Chef macht die Vorgaben, die Mitarbeiter führen aus – ist ein Auslaufmodell. Partizipation ist angesagt. „Die besten Entscheidungen kommen aus der Gruppe“, bestätigt Dr. Michael Gauß von der Nordzucker AG im Interview. Und auch die beiden Managementberater Dirk Osmetz und Stefan Kaduk von der Musterbrecher-Initiative raten dazu, in die Vorbereitungsphase einer Entscheidung möglichst viele zu involvieren. Schließlich gilt es, eine Vielfalt an Informationen zu sammeln und zu verarbeiten.
 
Dass dabei der Blick aufs Wesentliche schnell verloren gehen kann und wir die Auswirkungen der einzelnen Alternativen meist nicht kennen, führt nicht selten zu einer gewissen Lähmung. Doch statt eine Entscheidung immer wieder aufzuschieben, rät der Coach Felix Schürholz dazu, sich einen festen Zeitpunkt zu setzen, an dem sie getroffen werden soll. Und die Zeit bis dahin aktiv zu nutzen, um die Entscheidung zu entwickeln. Denn „die schlimmste Entscheidung“, das wusste schon der amerikanische Staatsmann Benjamin Franklin, „ist Unentschlossenheit“.

Dem schließe ich mich an und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Klaus Breitschopf
Vorstandsvorsitzender der Hays AG

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