HaysWorld
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HaysWorld 02/18
DIE ARBEIT RUFT

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HaysWorld 01/18
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HaysWorld 02/17
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HaysWorld 01/17
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HaysWorld 02/12
Intelligenz

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„WIR KRATZEN ERST
AN DER OBERFLÄCHE“

Karsten Schwanke ist Meteorologe und Wettermoderator bei der ARD. Im HaysWorld-Interview erzählt er, warum die Digitalisierung für seinen Beruf eine Bereicherung ist, wie sie seine Arbeit als Wettermoderator verändert hat und was seine Sendungen den Wetter-Apps voraushaben.

Foto: srg werbeagentur/iStock

Herr Schwanke, ist Ihr Beruf heute noch derselbe wie vor 20 Jahren?

Die Grundfrage ist immer noch die gleiche: Wie wird das Wetter? Aber im Hintergrund haben sich die Möglichkeiten verändert – und verbessert. Wir können dank der höheren Rechnerkapazität heute viel schneller auf Daten zugreifen und es kommen auch immer mehr Daten zustande. Zum Beispiel ist gerade ein Satellit gestartet, der den Wind in der Atmosphäre misst. Das sind Sachen, davon hätte man vor zehn Jahren nicht mal geträumt.

Wie nutzen Sie diese neuen Möglichkeiten?

Aus der Sicht des TV-Meteorologen ist es für mich spannend, wie viele Informationen man mit einer guten Datenbankabfrage bekommen kann – eine schwierige Frage ist zum Beispiel, ob im Zuge des Klimawandels lokale Starkregenereignisse zunehmen. Darauf erhoffe ich mir in Zukunft noch genauere Aussagen. Denn auf Bilder des Regenradars haben wir noch bis vor Kurzem nur mit den Augen geschaut. Heute können das auch Rechner analysieren, was eine bessere Auswertung erlaubt. Uns stehen so viele Daten zur Verfügung, dass wir bisher erst an der Oberfläche kratzen und in den kommenden Jahren immer tiefer einsteigen werden.

Foto: fotolia

Die Digitalisierung sorgt auch für eine Demokratisierung von Wissen. Durch die Wetter-Apps auf jedem Handy ist plötzlich scheinbar jeder ein Wetterexperte. Welche Auswirkungen hat das auf Ihre Arbeit als Wettermoderator?

Durch die Wetter-Apps sind die Zuschauer heute weniger als noch vor zehn Jahren auf unsere TV-Sendung angewiesen. Unsere Moderatorenrolle verstehe ich deshalb inzwischen ein bisschen anders – und freue mich darüber: Denn im Unterschied zu den Apps kann ich über den Tellerrand hinausschauen und Zusammenhänge darstellen. Dazu gehört zum Beispiel das Einordnen und Begleiten von Unwetterlagen. Und dazu gehört auch, dass ich in einer Zwei-Minuten-Wettersendung im Fernsehen mal eine Minute freiräumen und der Frage nachgehen kann, was der Klimawandel mit dem Sommer 2018 zu tun hat. Das kann eine App so niemals leisten und das ist unsere Möglichkeit und unsere Aufgabe.

Foto: fotolia

Wo und wie eignen Sie sich die neuen Fähigkeiten an, die für Ihren Job wichtig sind?

Da ist natürlich jeder selbst gefordert. Ich finde das Thema Digitalisierung spannend und tausche mich dazu viel mit Experten aus, die mir dann zum Beispiel erklären, was genau eine Blockchain ist oder wie man künstliche Intelligenz im Zusammenhang mit Wetterprognosen nutzen könnte. Das macht für mich den Reiz eines Berufes aus: dass man sich schlaumacht, was in dem Segment passiert und was die Zukunft bringen wird.

Wenn Sie heute noch einmal die Wahl hätten: Würden Sie wieder Meteorologe werden?

Ja, auf jeden Fall. Für meinen Beruf habe ich mich ja nicht entschieden, weil die Verdienstmöglichkeiten so fantastisch sind, sondern weil Meteorologie mich interessiert. Das würde ich auch jedem empfehlen: bei der Berufswahl nach den eigenen Interessen zu gehen.

Mit welchen Veränderungen in Ihrem Beruf rechnen Sie in Zukunft?

Konkret lässt sich das nicht vorhersagen. Aber ich denke, dass das Thema künstliche Intelligenz künftig eine große Rolle spielen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass mithilfe von künstlicher Intelligenz die noch ungenauen Prognosen der Wetter-Apps auf eine nächste Ebene gehoben werden. Oder dass Monatsvorhersagen, die zurzeit vorsichtig getestet werden, eines nicht allzu fernen Tages belastbare Ergebnisse bringen könnten.

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